Glaube – Toleranz – Politik. Eine Vortragsreihe zum Theaterstück von Gotthold Ephraim Lessing

„Nathan der Weise“ (1778), das letzte Theaterstück von Gotthold Ephraim Lessing (1728-1781), wird in der Spielzeit 2016/2017 im Theater am Engelsgarten in Wuppertal zur Aufführung gebracht. Dieses „dramatische Gedicht“ schrieb Lessing, um die Zensur im theologischen „Fragmentenstreit“ mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze zu umgehen. Es gilt mit seiner zentralen „Ringparabel“ als zentrales Werk der Aufklärung.

„Toleranz“: Das sei Thema dieses literarischen Kunstwerks, wird immer wieder gesagt. Der Satz „Es genügt ein Mensch zu sein“ sei seine maßgebliche Botschaft. Ferner deutet man es in der Regel als Stück über die Gleichwertigkeit der Religionen. Die Akzeptanz des Fremden und die Versöhnung der Unterschiede seien die Basis für ein Fortschreiten der Menschheit, hin zu einer friedlichen Gesellschaft.

 „Toleranz“ und „Akzeptanz“  sind Themen, die uns seit einiger Zeit in Atem halten. Fundamentalismus, mörderische Religionskriege, Hunderttausende nach Europa flüchtender Menschen, das Nebeneinander verschiedener Kulturen und Konfessionen, die Frage nach dem Verhältnis zwischen Staat und Religion, Kopftuchstreit und Schächtverbot, Beschneidung und Burkini –  diese Begriffe sind Reizworte geworden auf der Suche nach Wegen zu einem friedlichen Zusammenleben in einer freien, modernen und aufgeklärten Gesellschaft – über alle Grenzen hinweg. Kann uns Lessings Beispiel vom weisen Nathan, kann Nathans „Geschichtchen“ von den drei Ringen eine Orientierung bieten?

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge möchte die Eindrücke, die Lessings Theaterstück hinterlassen hat, vertiefen. Aus den Perspektiven der Politik, der Philosophie, der Theologie, des Judentums, der Geschichtswissenschaft und der Literaturwissenschaft greifen die Vorträge Lessings Anliegen auf und setzen Impulse für neue Lesarten und Möglichkeiten des Verstehens.

Wir danken den Referentinnen und Referenten und unseren Kooperationspartnern für ihre Mitwirkung:

den Wuppertaler Bühnen, der Bergischen Universität Wuppertal, der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und der Evangelischen CityKirche Elberfeld.

Wir danken besonders Frau Christina Rau und der Johannes-Rau-Stiftung für eine großzügige finanzielle Förderung des Projekts, die es uns erlaubt, auf Eintrittsgelder zu verzichten.