Hin zu einer Partnerschaft zwischen Juden und Christen

Vortrag von Rabbiner Jehoschua Ahrens, Nürnberg

Nach fast zwei Jahrtausenden der Feindseligkeit und Entfremdung erkennen wir, orthodoxe Rabbiner, Leiter von Gemeinden, Institutionen und Seminaren in Israel, den Vereinigten Staaten und Europa, die sich uns darbietende historische Gelegenheit: Wir möchten den Willen unseres Vaters im Himmel tun, indem wir die uns angebotene Hand unserer christlichen Brüder und Schwestern ergreifen. Juden und Christen müssen als Partner zusammenarbeiten, um den moralischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

Mit diesen Worten beginnt die aus nur drei Seiten bestehende Erklärung, die am 3. Dezember 2015 von mehr als 50 orthodoxen Rabbinern unterzeichnet wurde. In der Geschichte des jüdisch-christlichen Dialogs, in dem orthodoxe Stimmen bisher weitgehend fehlten, ist das Sensation und Einladung zugleich: Theologisch begründet, begreifen die Autoren das Christentum als „gewollt und ein Geschenk an die Völker“ und beziehen sich dabei auf jüdische Gelehrte der Vergangenheit. Aber wozu dient die Trennung, was macht die Einzigartigkeit des je eigenen Glaubens aus, der eben nicht wie der andere ist, und wo gibt es tiefe Berührungen und einen gemeinsamen Auftrag?

Rabbiner Jehoschua Ahrens ist einer ihrer Unterzeichner, und er wird erläutern, was dieses jüdische Wort zu den Christen bedeutet.

Jehoschua Ahrens, 1978 in Erlenbach geboren, studierte zunächst internationales Management in Deutschland und England, arbeitete für unterschiedliche Konzerne, bevor er in Israel eine Ausbildung zum Rabbiner absolvierte. Nach Sofia/Bulgarien, Zürich/Schweiz und Düsseldorf arbeitet er zurzeit als Rabbiner in Nürnberg.

Eine Veranstaltung in der Reihe: NATHAN. Vorträge zum Theaterstück von Gotthold Ephraim Lessing

Mit freundlicher Unterstützung von Frau Christina Rau und der Johannes-Rau-Stiftung

Eintritt frei