Der Weg aus einer orthodoxen jüdischen Gemeinde

Deborah Feldman wuchs in einer strengen jüdisch-orthodoxen Community auf, der "Satmarer Juden", die sie vor einigen Jahren verließ. Wichtig für diese Entscheidung war die ungarische Großmutter:

"Sie hat Liszt und Chopin gehört und Sachertorte gegessen, und sie hat so viel erzählt von diesem ganz eleganten Leben und ich hab immer davon geträumt - so wie es war für sie vor dem Krieg. Sie war kein Extremist, sie war vielleicht traditionell, ist aber nach dem Krieg ein Extremist geworden. Mir hat sie immer erklärt, dass es zwei Optionen nach dem Krieg gab: man könnte immer Gott komplett ablehnen und sagen es kann kein Gott geben, der so was zulassen würde oder Gott ist zu fürchten."

Deborah Feldman musste mit 17 Jahren eine arrangierte Ehe eingehen, und der Umgang der Gemeinschaft mit dem Thema "Sex" war ein weiterer Grund für den Abschied aus der Satmarer Gemeinde:

"Weil in dieser Gemeinschaft so viel Scham mit dem weiblichen Körper verbunden ist habe ich nie meinen eigenen Körper angeguckt. Ich wusste nie, dass ich für so was eingerichtet würde und dann habe ich eigentlich Unterricht bekommen. Ich bin zu einer besonderen Lehrerin gegangen und sie hat mich unterrichtet: nicht nur was Sex ist und wie der Körper funktionieren soll, sondern auch alle jüdische Gesetze, die mit Sex zusammenhängen und das sind ganz krasse Gesetze, die die Privatsphäre für eine Frau komplett verletzen."

Aber erst nach der Geburt ihres Sohnes gelang es ihr, sich zu befreien und nach Europa zu gehen.

Inzwischen lebt Deborah Feldman in Berlin. Ihre Geschichte dokumentierte sie in einem Buch, das  2012 in den USA erschien und auf Anhieb eine Millionenauflage erzielte.

Eine Veranstaltung mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal

Eintritt: 5,00 €

 

Karten können reserviert werden unter: Tel. 0202-5632843 oder info@alte-synagoge-wuppertal.de

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