Die Geschichte einer jüdischen Kindheit in Elberfeld: Das Leben und Überleben von Wolfgang Kotek, heute Rotterdam

Anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome 1938, denen auch in Wuppertal den beiden großen Synagogen in Elberfeld und Barmen zum Opfer fielen, hat die Begegnungsstätte Herrn Dr. Wolfgang Kotek aus Rotterdam als zeitzeugen eingeladen.

Kotek wurde am 11. November 1930 als einziges Kind des Schneiders Max Kotek und seiner evangelischen Frau Luise in Elberfeld geboren.

Am 28. Oktober 1938 wurde Max Kotek, wie fast alle rund 17.000 polnischen Juden des Reiches, an die deutsch-polnische Grenze nach Zbaszyn (Bentschen) deportiert. In den nächsten Tagen wagten Mutter und Sohn kaum, sich zu Hause aufzuhalten und besuchten häufig Freunde und Verwandte. Später stellte sich heraus, dass sie unter anderem auch bei Nationalsozialisten Zuflucht gesucht hatten. Eine Woche später brannten die Synagogen, und Luise Kotek versuchte, ihren damals erst achtjährigen Sohn in Holland unterzubringen.

Am 16. November verließ Wolfgang Kotek Wuppertal und lebte von nun an nacheinander in insgesamt 14 holländischen Pflegefamilien, zunächst legal, nach dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 untergetaucht.

Sieben Jahre waren Mutter und Sohn getrennt, während es dem Vater im September 1939 gelang, von Polen nach Holland zu kommen, um seinen Sohn zu besuchen. Durch den Kriegsausbruch war es ihm nicht mehr möglich, nach Polen zurückzukehren, was ihm vermutlich das Leben rettete. In Holland überlebte er wie sein Sohn untergetaucht bei Menschen, die ihn versteckten.

Eintritt frei