Zum Gedenken an die Deportation der Wuppertaler Sinti und Roma vor 75 Jahren

Wuppertaler Sinti und die Schwebebahn

Vortrag von Dr. Karola Fings, Köln

Am 3. März 1943 wurden Wuppertaler Sinti und Roma vom Klingholzberg nach Auschwitz deportiert. Auch wenn die Geschichte der Wuppertaler Sinti und Roma besser nur unzureichend erforscht wurde, nehmen wir dieses Datum zum Anlass, uns mit dem "Zigeunerbild" und seinen schrecklichen Folgen im Nationalsozialismus und zum teil bis heute zu beschäftigen.

Das populäre "Zigeunerbild" speist sich aus seit Jahrhunderten tradierten Zuschreibungen. Diese eingeübte und bis heute überaus konsensfähige Vorurteilsstruktur der Mehrheitsgesellschaft führt dazu, dass vielen Angehörgen der Minderheit eine gesellschaftliche Teilhabe versagt wird und überall in Europa rassistische und gewalttätige Angriffe drohen oder stattfinden.

Der Vortrag untersucht in einem historischen Längsschnitt die Ursachen für die Herausbildung der stereotypen Bilder und kontrastiert sie mit der vielfältigen Lebenswelt der Betroffenen. Aufgezeigt wird dabei auch, wie mittelalterliche und frühneuzeitliche Zuschreibungen von "Fremdheit", "Bettelei" und "Nichtsesshaftigkeit" bis in die Gegenwart hinein wirkungsmächtig blieben.