Logo 1700

321-2021

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

200 Jahre im Wupper-Tal

Hinweise vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie

Wir hoffen, dass viele unserer Veranstaltungen zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ in alter Weise vor Ort stattfinden können. Da dies in den Zeiten der Pandemie jedoch nicht verbindlich zu gewährleisten ist, haben wir uns auch auf digitale Alternativen vorbereitet. So werden Vorträge gegebenenfalls aufgezeichnet oder live ins Netz gestellt, andere Veranstaltungen werden als ZOOM-Veranstaltungen stattfinden.

Aktuelles zu den Veranstaltungsformen finden Sie auf dieser Seite, Anmeldungen und inhaltliche Informationen über die Kontaktadressen unterhalb des jeweiligen Programmpunktes.

Bitte informieren Sie sich vorab über die aktuellen Vorgaben.

Grußwort von Sylvia Löhrmann

Jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen – das ist das Ziel des aktuellen Festjahres #2021JLID, in dem „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ auf vielfältige Weise und bundesweit gewürdigt werden. Anlass ist ein Edikt des Kaisers Konstantin aus dem Jahre 321. Das Gesetz besagt, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten.

Dieses Gesetz gilt als der früheste Beleg, dass Jüdinnen und Juden seit mindestens 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands leben. Das Festjahr startete bundesweit mit der TV-Ausstrahlung des Festakts, an dem unter anderem der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des Festjahres teilnahmen.

Der 2018 für die Organisation und Koordination des Festjahres gegründete Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ konnte namhafte Persönlichkeiten und staatliche Institutionen gewinnen, sich zu engagieren. Finanziell werden wir von Bund, Ländern und Kommunen unterstützt. Überwältigt bin ich davon, wie viele Vertreter*innen der Zivilgesellschaft mitmachen – darunter auch die Begegnungsstätte Alte Synagoge, die mit 13 weiteren Wuppertaler Einrichtungen ein so umfangreiches und vielfältiges Programm auf die Beine gestellt hat. Dafür danke ich allen Beteiligten von ganzem Herzen!

Hunderte von Projektpartner*innen – Vereine, Verbände, Stiftungen, Volkshochschulen, Synagogen- und Kirchengemeinden – beteiligen sich mit rund 1500 Veranstaltungen an diesem Festjahr. Pandemiebedingt wird derzeit noch vieles gestreamt oder online präsentiert – wie der wöchentliche Podcast über „Jüdisches Leben heute“, ein Puppentheater, das jüdische Feiertage kindgerecht erklärt, oder die „Jewersity“-Clips über die Vielfalt jüdischen Lebens, die alle auf unserer Website www.2021JLID.de zu finden sind. Doch spätestens im Sommer hoffen wir, gemeinsam mit unseren Projektpartner*innen, verstärkt in die Öffentlichkeit gehen zu können: mit Konzerten, Theater, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Ausstellungen und Straßenfesten wie dem Kulturfestival „Mentsh!“ oder dem weltgrößten Laubhüttenfest „Sukkot XXL“ im September.

Denn entscheidend ist ja, dass jüdische und nichtjüdische Menschen einander begegnen! Wir wollen mit dem Festjahr deutlich machen, dass das Judentum nichts Fremdes, sondern konstitutiv für Deutschland war und ist. Und wer miteinander isst, trinkt und feiert, lernt sich kennen – und im besten Fall auch schätzen. Das erhoffen wir uns von diesem Festjahr: Dass wir nicht übereinander, sondern miteinander sprechen. Damit aus den Lehren der Vergangenheit eine Gegenwart gestaltet werden kann, die eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen in Deutschland ermöglicht.

Sylvia Löhrmann

Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a.D., ist Generalsekretärin des Vereins „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ und Mitglied des Föredervereins der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal.

Foto: Jörn Neumann

Ein Überblick über das bundesweite Jahresprogramm findet sich hier: Kalender

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr würdigen wir 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Die Jahreszahl geht auf ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 zurück. Es legte fest, dass Juden städtische Ämter in der Stadt Köln bekleiden durften und gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen.

In Wuppertal sind seit etwa 200 Jahren Zeugnisse jüdischen Lebens zu finden. Das mag der Lage unseres Tals geschuldet sein, das erst mit der Industrialisierung eine gute Verkehrsanbindung bekam und mit seiner wachsenden Prosperität einen Schub in seiner Bevölkerungsentwicklung erlebte.

Diese Geschichte – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und 200 Jahre in Wuppertal – soll nun in einem Jubiläumsjahr gewürdigt werden. Unter Federführung der Begegnungsstätte Alte Synagoge ist ein vielfältiges Programm entstanden, das mit Lesungen, Konzerten und Vorlesungen an das Thema heranführen wird. Dabei wird es auch um die Shoa gehen – aber nicht nur: Jüdisches Leben bedeutete über die Jahrtausende die Schöpfung von Kultur.

Jüdische Bürgerinnen und Bürger haben unserer Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg vieles gegeben und sie mitgeprägt. Sie haben Philosophie, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst maßgeblich mitgestaltet, ihre Leistungen prägen unsere Identität und Kultur.

Dieses Festjahr ist eine Chance, mehr über den Reichtum und die lange Tradition jüdischer Kultur in Deutschland zu erfahren. Darauf freue ich mich mit Ihnen!

OB Schneidewind

Ihr

unterschrift-ob

Oberbürgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Schirmherr

Einwohnerbuch

Einwohnerbuch, Aufenthaltsgenehmigung für Isaac Meyer, 1691

Gedenktafel

Gedenktafel Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Schon seit mindestens 1700 Jahren leben Juden nördlich der Alpen – das beweist ein Schreiben Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321. Das älteste Zeugnis für die Anwesenheit von Juden in Wuppertal stammt indes aus dem Jahr 1691: Ein Isaac Meyer, vermutlich ein Pferdehändler, hatte für einige Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung erworben. Richtig los ging es mit der Zuwanderung dann aber erst mit dem Jahr 1800, als Barmen und Elberfeld zu boomen begannen. Höher als 1% war der jüdische Bevölkerungsanteil an der Wupper (und im gesamten Deutschen Reich) allerdings nie.

Die jüdische Minderheit erlangte im 19. Jahrhundert die rechtliche und bürgerliche Gleichberechtigung. In dieser Zeit stiegen sie voller Optimismus, mit Fleiß und unternehmerischem Elan vom wirtschaftlichen und sozialen „Prekariat“ ins Bürgertum auf. Spitzenverdiener wurden sie jedoch nicht! Das blieben die bekannten protestantischen Familien, die von der Heydts, die Deweerths, die Froweins und so weiter.

Niemand konnte zu dieser Blütezeit des Wuppertals auch nur ahnen, mit welch ungeheurer Wucht nach 1933 der Holocaust in die jüdischen Familien hineinbrach. Heute verstellt uns diese übermächtige Katastrophe oft den Blick auf die „Offenheit des historischen Moments“. Denn es gab keine Zwangsläufigkeit der über 1700-jährigen jüdischen Geschichte.

Heute leben wieder Juden und Jüdinnen im Bergischen Land. Die allermeisten von ihnen stammen aus den Ländern der früheren Sowjetunion. Seit 2002 gibt es in Barmen auch wieder eine Synagoge. Schon über 15 Jahre zuvor, im April 1994, wurde in Elberfeld auf dem früheren Grundstück des 1938 zerstörten Gotteshauses die „Begegnungsstäte Alte Synagoge“ errichtet. Mit ihrer modernen und interaktiven Dauerausstellung informiert sie Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen über die vielfältige und dynamische Geschichte und Gegenwart der Juden in der Region.

unterschrift-schrader

Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Veranstaltungen

Dienstag, 9. Februar 2021, 19.30 Uhr

Vor 75 Jahren: Die Anfänge der jüdischen Gemeinde in Wuppertal nach 1945

Vortrag (Zoom) von Dr. Ulrike Schrader

Am 19. September 1945 luden die wenigen jüdischen Überlebenden in Wuppertal zu ihrem ersten Gottesdienst ein – als Betsaal nutzten sie nun den Speisesaal des früheren jüdischen Altersheims. Der Vortrag berichtet vom schwierigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge
Einwahldaten unter: info@alte-synagoge-wuppertal.de

Mittwoch, 10. Februar 2021, 16.00 Uhr

Jüdischer Religionsunterricht in Deutschland vor den Herausforderungen der Moderne

Vortrag (Zoom) von Dr. Sandra Anusiewicz-Baer, Berlin1

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel im Kontext der Reihe: „Religionspädagogische Denkräume“ statt.

Information und Anmeldung bis zum 8. Februar unter: matthias.roser@kiho-wuppertal-bethel.de

Dienstag, 13. April 2021, 19.00 Uhr

Tora und Textilien

Zehn Jahre Dauerausstellung in der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Online Vortrag (Zoom) von Dr. Ulrike Schrader
mit einem Grußwort von Antonia Dicken-Begrich, Vorsitzende des Trägervereins Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V.

Die „Begegnungsstätte Alte Synagoge“ ist seit 1994 ein Ort des Gedenkens und des Lernens. Mit der im Jahr 2011 eingerichteten Dauerausstellung ist sie zugleich ein Museum, das über die jüdische Religion und Geschichte im Wuppertal und der Region informiert. Zahlreiche Objekte, Dokumente und Fotografen beleuchten die jüdische Geschichte seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Der schwierige Alltag der Juden in der Zeit vor der rechtlichen Gleichstellung, die Annäherung zwischen Christen und Juden im 19. und 20. Jahrhundert und die nationalsozialistische Judenverfolgung sind die Themen. Dr. Ulrike Schrader erzählt vom Entstehungsprozess und von den Erfahrungen mit dieser Neukonzeption.

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge
Einwahldaten unter: info@alte-synagoge-wuppertal.de
Die Einwahldaten werden am Tag des Vortrags verschickt

Sommersemester 2021
Erster Termin: Dienstag, 20. April 2021, 19.30 - 21.00 Uhr

Jüdische Bräuche und Feiern

Leitung Prof. Dr. Carl Ehrlich, Toronto, Gastdozent für „Jüdische Studien“ an der Kirchlichen Hochschule im Sommersemester 2021, Vorlesung (Zoom)

Diese Vorlesung wird sich der Praxis des Judentums widmen. Die zwei Hauptthemenkreise werden der jüdische Lebenszyklus und die jüdischen Feiertage und Feste sein. Wie wird gefeiert? Was wird gefeiert? Wie sieht es aus? Wie hört es sich an? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Strömungen von einander in ihren Bräuchen? Das sind einige der Fragen, die in dieser Vorlesung beantwortet werden.

Eine Veranstaltung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel
Information und Anmeldung: claudia.alan@kiho-wb.de

Mittwoch, 28. April 2021, 19.30 Uhr

Jüdisch leben heute. Aus dem Gemeindeleben in Münster

Ein Dokumentarfilm in Episoden. Zoom-Veranstaltung

Wie kochen, beten und feiern eigentlich Jüdinnen und Juden in der Gemeinde? Wie gestalten sie das Gemeindeleben und welche Schwierigkeiten begegnen ihnen bei der Auslebung ihres Glaubens? Durch die 2-jährige Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Münster und dem „Servicepunkt Film“ der Universität Münster konnte ein Film entstehen, der aus dem Alltag der Gemeinde erzählt. Viele Mitglieder haben über ihr Engagement für die Gemeinde gesprochen, und auch darüber, wie sie in der Gemeinde Judentum leben. Der Dokumentarfilm gliedert sich in sieben Episoden. Sie geben Einblick in die Jugendarbeit und den Religionsunterricht, zeigen Riten und gelebte jüdische Tradition. Sie erzählen von der Geschichte der Gemeinde – anhand des alten jüdischen Friedhofs – und von ihrer Entwicklung nach 1945, von Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinschaft und davon, wie die Gemeinde sich organisiert.

Eine Produktion des FilmLAB der Universität Münster in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Münster, unterstützt durch die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Universität Münster

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge
Einwahldaten unter: info@alte-synagoge-wuppertal.de
Die Einwahldaten werden am Tag des Vortrags verschickt

Donnerstag, 24. Juni 2021, 19.00 Uhr

„Gemeinsam Halleluja“

Jüdische und christliche Musik begegnen sich

Konzert mit dem Vokalensemble Geistreich (mit Studierenden der Kirchlichen Hochschule), Jakob Schatz (Violine) und Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk (Flügel und Orgel) mit Werken von Max Bruch, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Leitung: Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk

Unterbarmer Hauptkirche · Martin-Luther-Straße 13 · 42285 Wuppertal
Information: www.evangelisch-in-unterbarmen.de · jens-peter.enk@ekir.de

Sonntag, 5. September 2021, 17.00 Uhr

Europäischer Tag der jüdischen Kultur
Tora und Textilien. Das Buch zum Haus

Präsentation einer neuen Publikation der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Die Tora als das religiöse Heiligtum der Juden und die Textilien als das Markenzeichen der aufblühenden Städte Elberfeld und Barmen sind die beiden Säulen jüdischer Zuwanderung. Das neue Buch erzählt die Geschichte der Juden seit diesen Anfängen vor über 200 Jahren, berichtet von einer beeindruckenden Aufstiegsgeschichte, schildert eine Geschichte von Alltag und Festen, von Berufen und Karrieren, Synagoge und Bürgertum. Aber das Miteinander war brüchig – über 1.400 Menschen aus Wuppertal wurden ermordet. Nach Jahrzehnten gibt es heute wieder jüdische Familien in der Region, und einige stellen sich auch persönlich vor.

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Wegen der Pandemie und zur Sicherheit aller Beteiligten müssen wir leider auf eine offene Einladung an alle Interessierten in unser Haus verzichten. Das hätten wir sehr gerne gemacht. Wir streamen aber unsere Veranstaltung, so dass Sie sie im Internet verfolgen können.
Sonntag, 5. September 2021, ab 17 Uhr: LIVE-Stream

Mittwoch, 8. September 2021, 19.00 Uhr

Blick nach Berlin: Die „jüdischen Buddenbrooks“:
Gabriele Tergits Familienroman „Effingers“ (1951)

Gespräch und Lesung mit Maresa Lühle und Dr. Luisa Banki, Bergische Universität Wuppertal

Tergit erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie im rasanten Berlin der Jahrhundertwende, historisch genau und temporeich. Die Effingers erleben die massiven Umbrüche der Zeit im Spannungsfeld zwischen Fortschrittsglauben und Traditionalismus in ihrer privaten Welt. Sie sind, ähnlich den „Buddenbrooks“ in Lübeck, gut situierte Unternehmer, Kunstliebhaber, glühende Patrioten und Freigeister. Doch spätestens nach dem Ersten Weltkrieg beginnen ihre bürgerlichen Gewissheiten zu bröckeln, tritt der sich ausbreitende Antisemitismus immer brutaler zu Tage, erschüttert die zunehmende Macht der Nationalsozialisten das Leben der Familie Effinger in seinen Grundfesten.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischem Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, der Bergischen Universität Wuppertal und der Gedok

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, Telefon: 0202 49583-0
info@bildungswerk-wuppertal.de · anmeldung@bildungswerk-wuppertal.de
Eintritt: 6,00 Euro

Donnerstag, 9. September 2021, 19.30 Uhr

Hermann Zivi, der komponierende Oberkantor in Elberfeld und seine Synagogenmusik

Die öffentliche Chorprobe muss leider aufgrund der anhaltenden pandemischen Situation ausfallen. Wir laden Sie aber herzlich zum Festkonzert am 12. September ein, wo die Werke durch den Konzertchor Wuppertal aufgeführt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Hermann Zivi (1867-1943) wurde im Jahr 1898 als Kantor und Organist an die Synagoge in Elberfeld berufen. Er legte großen Wert auf den Chorgesang und gründete sogar einen Synagogenchorverein. 1910 gab er mit Rabbiner Dr. Joseph Norden ein eigenes Gesangbuch für die Gemeinde heraus.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 1928 war er, mittlerweile Großvater des späteren Gründers des weltberühmten „LaSalle-Streichquartetts“ Walter Levin (1924-2017), weiterhin in der Gemeinde musikalisch tätig. 1939 konnte er nach Palästina emigrieren, wo er zwar nicht mehr komponierte, aber einige musikwissenschaftliche Beiträge verfasste.

Friedhofskirche Wuppertal-Elberfeld · Hochstraße 15 · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Thorsten A. Pech, Telefon: 0202 69 55 762
mitsingen1700@sauer-orgel.com

Sonntag, 12. September 2021, 14.00 Uhr

Tag des Offenen Denkmals
„Die Kirche ist ein Versammlungsraum.“ Wo Kirche und Synagoge sich treffen

Führung mit Pfarrerin Sabine Dermann und Dr. Ulrike Schrader

In scharfer Abgrenzung zu lutherischen und katholischen Vorstellungen findet man in der reformierten Friedhofskirche (Architekt: Johannes Otzen) architektonische und künstlerische Details, die der jüdischen Idee von einer Synagoge durchaus entsprechen. Darauf möchte die Führung aufmerksam machen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Besuch des Konzerts: „Ma towu... Wie schön sind deine Zelte, Jakob“.

Schon um 11.30 Uhr findet eine Kirchenführung mit anschließender Turmbesteigung statt.

Friedhofskirche Wuppertal-Elberfeld · Hochstraße 15 · 42105 Wuppertal
Information: www.alte-synagoge-wuppertal.de

Sonntag, 12. September 2021, 16.00 Uhr

„Ma towu... Wie schön sind deine Zelte, Jakob“
Festkonzert „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

mit Musik von Bruch, Lewandowski, Schubert, Sulzer, Zivi u.a.
Andreas Elias Post (Bariton), Konzertchor Wuppertal, Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk (Orgel), Leitung Thorsten A. Pech

Musikalisch orientieren sich die Werke dieses Konzerts am Geschmack ihrer Zeit. Sie sind geprägt von den Einflüssen evangelischer Kirchenmusik, vor allem Mendelssohns, und entsprechen den Vorlieben eines bürgerlichen Publikums: Die Musik und ihre Darbietung hatten prächtig und großartig zu sein, wohlklingend und selbstbewusst.

Dass sich diese Ansprüche auch jüdische Komponisten zu eigen machten, ist mehr als nur eine Randerscheinung, denn die neue Ausgestaltung des jüdischen Gottesdienstes entsprang einem Reformbedürfnis nach Ästhetisierung, nach Andacht, Erbauung und Ergriffenheit.

Friedhofskirche Wuppertal-Elberfeld · Hochstraße 15 · 42105 Wuppertal
Information: www.sauer-orgel.com

Dienstag, 14. September 2021, 15.00 - 19.00 Uhr

Das Wort Gottes. Die Bibel aus jüdischer und christlicher Perspektive

Ein Workshop

Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen haben unterschiedliche Zugänge zur Bibel und legen diese in ihren jeweiligen Zusammenhängen auch unterschiedlich aus. Insbesondere die christliche Bibelauslegung des sogenannten Alten Testaments war und ist nicht frei von Ressentiments mit auch heute noch traurigstimmenden und tragischen Folgen.

In diesem Bibelworkshop, der mit einer evangelischen und einer jüdischen Auslegerin durchgeführt werden soll, wollen wir uns zwei zentralen biblischen Texten: Gen 1, 1-31 und Joh 1, 1-18 im Modus einer gemeinsamen jüdisch-christlichen Bibelarbeit zuwenden.

Eine Kooperation der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid

Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel · Audimax · Missionsstraße 9 a/b · 42285 Wuppertal
Information und Anmeldung: Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel · matthias.roser@kiho-wuppertal-bethel.de oder Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid · schettler@bildungswerk-wuppertal.de

Mittwoch, 22. September, 19.00 Uhr

Blick nach Kiew: Dmitrij Kapitelmans neuer Roman „Eine Formalie in Kiew“ (2021)

Gespräch und Lesung mit dem Autor und Annette Hager

„Eine Formalie in Kiew“ ist die Geschichte einer Familie, die einst voller Hoffnung in die Fremde zog, um ein neues Leben zu beginnen, und am Ende ohne jede Heimat dasteht. Erzählt mit dem bittersüßen Humor eines Sohnes, der stoisch versucht, Deutscher zu werden.

Dmitrij Kapitelman kann besser sächseln als die Beamtin, bei der er den deutschen Pass beantragt – nach 25 Jahren Leben in Deutschland. Aber der Bürokratie ist keine Formalie zu klein, wenn es um Einwanderer geht. Er muss eine Apostille aus Kiew vorlegen und so reist er in seine Geburtsstadt, mit der ihn nichts mehr verbindet, außer Kindheitserinnerungen.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen Remscheid

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, Telefon 0202 49583-0
info@bildungswerk-wuppertal.de · anmeldung@bildungswerk-wuppertal.de
Eintritt: 6,00 Euro

Mittwoch, 6. Oktober 2021, 19.00 Uhr

Blick nach Wien: Arthur Schnitzlers „Der Weg ins Freie“ (1908)

Gespräch und Lesung mit Gregor Henze und Prof. Dr. Michael Scheffel, Bergische Universität Wuppertal

Arthur Schnitzler (1862-1931) ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des „Jungen Wien“. Die Themen seiner psychologisch extrem ausgearbeiteten und dadurch kritischen Erzählungen und Theaterstücke berühren häufig gesellschaftliche Tabus wie Sexualität und Ehre. Heute weniger wahrgenommen ist Schnitzlers Auseinandersetzung mit dem Judentum, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit massivem Antisemitismus einerseits, mit dem zunehmend säkularen Mainstream andererseits konfrontiert war und nach Wegen suchte, sich als lebendige Existenzform zu erhalten.

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Michael Schnitzler, dem Enkel des Schriftstellers, zur Verfügung gestellt.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischem Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid und der Bergischen Universität Wuppertal

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, Telefon 0202 49583-0
info@bildungswerk-wuppertal.de · anmeldung@bildungswerk-wuppertal.de
Eintritt: 6,00 Euro

Wintersemester 2021/22, Freitags 14.15 -17.45 Uhr im 14-tägigen Wechsel
Erster Termin: 22. Oktober 2021, 14.15 Uhr

Synagogen, Mikwen, Grabsteine

Wege zur Geschichte ausgewählter jüdischer Gemeinden in Deutschland. Übung Leitung apl. Prof. Dr. Matthias Millard

In dieser auch für Gäste geöffneten Veranstaltung werden wir anhand von Zeugnissen einige Linien der Geschichte verschiedener jüdischer Gemeinden nachzeichnen. So veränderte sich beispielsweise in Folge der jüdischen Reformbewegung und der bürgerlichen Gleichstellung die Gestaltung jüdischer Grabsteine. Auch die Baugeschichte von Synagogen verrät viel über die wechselhafte Geschichte jüdischer Gemeinden. Als dritte Quelle werden wir jüdische Ritualbäder, Mikwen, in den Blick nehmen. Nach einer Einführung in die einzelnen Themen können und sollen die Teilnehmenden selber einzelne lokale Fallbeispiele vorstellen, so dass sich im Ergebnis ein bunter Querschnitt jüdischer Geschichte in Deutschland ergeben wird.

Eine Veranstaltung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität und der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt! Information und Anmeldung: info@alte-synagoge-wuppertal.de

Dienstag, 26. Oktober 2021, 19.00 Uhr

Vor 80 Jahren: Die erste Deportation Wuppertaler Jüdinnen und Juden in das Ghetto „Litzmannstadt“

Seit dem Überfall deutscher Truppen auf die Sowjetunion im Juni 1941 hatte sich die Lage der Juden in Deutschland gravierend verschärft. Die jüdische Bevölkerung war praktisch völlig isoliert und konnte mit Beistand und Hilfe aus der Bevölkerung nicht rechnen. Mit dem Verbot der Auswanderung der Juden aus Deutschland am 23. Oktober gab es keine Chance mehr auf Rettung. Am 26. Oktober verließ der erste Deportationszug mit 200 Personen, Männern, Frauen und Kindern, den Bahnhof Wuppertal-Steinbeck mit dem Ziel „Litzmannstadt“/Lodz. Einer davon: der 15-jährige Kurt Auerbach, der im Zentrum dieses Abends steht.

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: www.alte-synagoge-wuppertal.de · info@alte-synagoge-wuppertal.de

Sonntag, 7. November 2021 12.30 - 19.00 Uhr

Ambivalenter Alltag in Rheinland und Westfalen – Jüdische Geschichte erzählen und vermitteln

Vier Vorträge in der CityKirche Elberfeld

Die Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden heute ist stark vom Schulbuchwissen und von den Medien geprägt, denn nicht alle haben die Gelegenheit, in Deutschland lebenden Juden oder Jüdinnen persönlich zu begegnen. Dieser öffentliche Studientag möchte den Blick auf Unscheinbares lenken: auf die selbstverständliche Präsenz von Jüdinnen und Juden in Rheinland und Westfalen seit vermutlich 1700 Jahren. Wir lernen Hausierer und Viehhändler kennen, und die jüdische Weberfamilie Steilberger. Dabei soll es auch um die Frage gehen: Wie lässt sich jüdischer Alltag erzählen und in Ausstellungen vermitteln? Dazu bietet der Studientag Impulse und Anregungen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Das Vortragsprogramm:

Wie alles begann.... Anfänge jüdischen Lebens in Köln

Dr. Ursula Reuter, Leiterin der Germania Judaica, Köln

Von jüdischen Hausierern und Viehhändlern im Rheinland vom 16. bis 18. Jahrhundert

Dr. Uri-Robert Kaufmann, Leiter der Alten Synagoge Essen

„Nun wollen wir das Beste hoffen, denn das Schlechte kommt von selbst.“

Die jüdische Weberfamilie Steilberger als didaktischer Glücksfall
Dr. Ulrike Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Heutige Herausforderungen und Arbeitsweise jüdischer Museen

Das Jüdische Museum Westfalen als Beispiel
Dr. Kathrin Pieren, Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen, Dorsten

Eine Kooperation der Kirchlichen Hochschule Wuppertal-Bethel, der Begegnungsstätte Alte Synagoge, der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Evangelischen CityKirche Elberfeld

Evangelische CityKirche Elberfeld · Kirchplatz 2 · 42103 Wuppertal
Information und Anmeldung: info@alte-synagoge-wuppertal.de
Kostenbeitrag inkl. Bewirtung: 20 €, Studierende und Auszubildende frei

Mittwoch, 10. November 2021, 19.00 Uhr

Vor 80 Jahren: Die zweite Deportation Wuppertaler Jüdinnen und Juden in das Ghetto von Minsk

Erst vor wenigen Jahren wurde ein brisantes Dokument entdeckt: Der Rapport des Polizeibeamten Wilhelm Meurin (1906-1944) über den Transport von 992 Juden aus dem Gestapobezirk Düsseldorf nach Minsk.

Darunter befanden sich auch 244 Personen aus Wuppertal, 12 aus Remscheid, neun aus Velbert und eine aus Wülfrath. Sie hatten sich am Montag, den 10. November 1941 am Bahnhof-Steinbeck zu sammeln, um dort von einem Zug Richtung Minsk aufgenommen zu werden. Meurin, ein überzeugter Antisemit, hatte den mehrtägigen Transport als Wachhabender begleitet.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: www.alte-synagoge-wuppertal.de · info@alte-synagoge-wuppertal.de

Sonntag, 14. November 2021, 16.00 Uhr

Synagogale Orgelmusik zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Ausführender: Thorsten A. Pech an der Sauerorgel

Ein Kennzeichen der sich neu herausbildenden Liturgie und Musik der Synagoge war die Einführung der Orgel als Begleit- und Soloinstrument. Bekannte Komponisten für diesen neuen Bedarf waren die Kantoren Salomon Sulzer (1804-1890), Moritz Deutsch (1818-1892) und Louis Lewandowski (1821-1894). Geprägt waren sie alle durch den frühromantischen Stil vor allem Felix Mendelssohn Bartholdys, einem der bekanntesten und wichtigsten Komponisten protestantischer Kirchenmusik.

Zum 200. Geburtstag von Louis Lewandowski im Festjahr 2021 erklingen die „Hebräischen Weisen“ op. 45, ein ursprünglich als Klavierwerk angelegtes Bravourstück, in einer Orgelfassung von Martin Forciniti, und zwei lyrische Stücke mit den Titeln „Stilles Gebet“ und „Largo“. Weitere Programmpunkte sind Werke von Moritz Deutsch, Josef Löw, Max Bruch und Siegfried Würzburger.

Friedhofskirche Elberfeld, Hochstraße
Anmeldung über elberfeldnord.church-events.de oder Tel. 0202-6955762
Eine Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Nord

Dienstag, 16. November 2021, 19.00 Uhr

„Neben den Menschen“ von Alexander Boschwitz

Lesung und Gespräch mit dem Herausgeber Peter Graf und dem Schauspieler Gregor Henze

„Menschen neben dem Leben“ spielt im Berlin der Zwischenkriegsjahre – den Goldenen 20er Jahren. Doch Ulrich Alexander Boschwitz erzählt nicht von Glamour und Glitzer. Wie Alfred Döblin in „Berlin Alexanderplatz“ stehen im Zentrum seines Romans die kleinen Leute, die nach Krieg und Weltwirtschaftskrise rein gar nichts mehr zu lachen haben und dennoch nicht aufhören wollen, das Leben zu feiern. 1915 in Berlin geboren, emigrierte Ulrich Alexander Boschwitz 1935 über Skandinavien, Frankreich und Belgien nach England. Kurz nach Kriegsausbruch wurde er als deutschstämmiger Flüchtling in England interniert und nach Australien gebracht. Auf der Rückreise nach Europa wurde das Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert. Ulrich Alexander Boschwitz überlebte diesen Angriff nicht.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischem Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, mit Unterstützung der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal e.V.

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, Telefon: 0202 49583-0
info@bildungswerk-wuppertal.de · anmeldung@bildungswerk-wuppertal.de
Eintritt: 6,00 Euro

Dienstag, 7. Dezember 2021, 19.00 Uhr

„Der demokratische Volksstaat ist bedroht!“

Der jüdische Rechtsanwalt Gustav Brück
Vortrag von Dr. Ulrike Schrader

Rechtsanwalt Gustav Brück, 1877 in Bad Kreuznach geboren, war von 1926 bis zur erzwungenen Auflösung der jüdischen Gemeinde deren Vorsitzender. Und sofort nach 1945 übernahm er wieder die Verantwortung für die wenigen überlebenden Mitglieder.

Gustav Brück zählt zu den treuesten, mutigsten und tatkräftigsten Persönlichkeiten in der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wuppertal, der sich in Friedens- und in Verfolgungszeiten mit Hingabe und Leidenschaft für die Belange der Menschen einsetzte. Es wird Zeit, an diesen Mann zu erinnern und ihm ein bleibendes Zeichen zu setzen.

Eine Kooperation des Landgerichts Wuppertal mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Landgericht Wuppertal · Großer Schwurgerichtssaal · Eiland · 42103 Wuppertal
Information und Anmeldung: veranstaltungen@lg-wuppertal.nrw.de

Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19.00 Uhr

Frohe Botschaft am Abgrund. Das Markusevangelium als Antwort auf den Jüdischen Krieg

Vortrag von apl. Prof. Dr. Andreas Bedenbender

Neben dem „portativen Vaterland“ der Tora brachten die Juden, die schon mit der Ausdehnung des Römischen Reiches nach Mitteleuropa und in den Norden kamen, auch die Erinnerung an und die Trauer um die Zerstörung Jerusalems mit. Deshalb ist verständlich, dass diese Zerstörung bei den ersten Christen als genauso schrecklich und bestürzend wahrgenommen wurde. Bei der Neubestimmung des christlich-jüdischen Verhältnisses können die Evangelien, und hier besonders das Markusevangelium als eins der frühesten Dokumente der genuin christlichen Tradition, überaus hilfreich sein.

Eine Kooperation der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal · Genügsamkeitstraße · 42105 Wuppertal
Information und Anmeldung: www.alte-synagoge-wuppertal.de · info@alte-synagoge-wuppertal.de

Dienstag, 14. Dezember 2021, 19.00 Uhr

„Wer schießt aus Liebe?“

Aus den Gerichtsreportagen der Berliner Journalistin Gabriele Tergit (1894-1982)
Lesung: Julia Wolff, Moderation: Dr. Ulrike Schrader

Mit ihren Romanen „Effingers“ und „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ gehört Gabriele Tergit mittlerweile zu den bekannten Personen der literarischen Moderne. Doch zu ihrer Zeit wurde sie vor allem mit ihren Gerichtsreportagen bekannt, die unter anderem im Berliner Börsen-Courier der 1920er Jahre erschienen. Das sind kritische und treffende, lakonische und ironische Stories, die bei allem Witz der Sprache in großer Klarsicht und nicht ohne Mitleid das Elend des Großstadtmilieus skizzieren.

Eine Kooperation des Landgerichts Wuppertal mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Landgericht Wuppertal · Großer Schwurgerichtssaal · Eiland · 42103 Wuppertal
Information und Anmeldung: veranstaltungen@lg-wuppertal.nrw.de

Online ab Freitag, 15. Oktober 2021

„Bin ich doch ein Fremder?“

Jüdische Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert

Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Salomon Jadassohn, Erwin Schulhoff, György Ligeti, Fritz Kreisler, George Gershwin u.a., mit Texten von Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Gabriele Tergit, Coco Schumann u.a.

Ausführende Friederike Becht (Rezitation), Dozentinnen und Dozenten der Fachgruppe Musik der Bergischen Universität Wuppertal, Leitung Dr. Hans-Werner Boresch

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Michael Schnitzler, dem Enkel des Schriftstellers Arthur Schnitzler, zur Verfügung gestellt.

Eine Veranstaltung der Bergischen Universität Wuppertal, Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften - Fachgruppe Musikpädagogik

Onlineveranstaltung
Information: www.musik.uni-wuppertal.de

Jüdische Feiertage 2021
5781/5782

(immer abends beginnend)
 

Tu Bischwat (Neujahrsfest der Bäume): 28. Januar 2021

Purim (Losfest): 25. Februar 2021

Pessach (Fest der ungesäuerten Brote): 27. März bis 4. April 2021

Schawuot (Wochenfest): 16. bis 18. Mai 2021

Rosch HaSchana (Neujahr): 6. September 2021

Jom Kippur (Versöhnungstag): 15. September 2021

Sukkot (Laubhüttenfest): 20. bis 27. September 2021

Simchat Tora (Fest der Torafreude): 27. September 2021

Chanukka (Tempelweihfest): 28. November bis 6. Dezember 2021

Arbeitskreis „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – 200 Jahre im Wuppertal“

Jens-Peter Enk, Konstanze Kemnitzer, Thorsten A. Pech, Katja Schettler, Ulrike Schrader, Beate Sonneborn

Dieses Projekt wurde unterstützt von:

Begegnungsstätte Alte Synagoge
Bergische Universität Wuppertal
Evangelische CityKirche Elberfeld
Evangelischer Kirchenkreis Wuppertal, Referat Kultur und Musik
Förderkreis „Musik am Kolk“
Förderverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Gedok, Wuppertal
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal e.V.
Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid
Kirchliche Hochschule
Konzertchor Wuppertal
Landgericht Wuppertal
Stadt Wuppertal
Stiftung Netzwerk Unterbarmen

Mit herzlichem Dank an den Förderverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V., der die Realisierung der Website finanziell ermöglichte.

Logo