Das Wuppertaler Adressbuch von 1940/41

Fällt aus wegen Corona!!


Vortrag von Dr. Ulrike Schrader

Die Adressbücher der Stadt Wuppertal (vor 1929: der Städte Barmen, Elberfeld und der umliegenden Orte), sind für alle lokalhistorisch Interessierten eine Fundgrube im Wuppertaler Stadtarchiv. Die Ausgabe von 1940/41 ist für die Begegnungsstätte dabei von besonderer Bedeutung: nationalsozialistische Straßennamen und deren Erläuterungen, der umfangreiche redaktionelle Teil über die Gliederungen der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“, die Adressen der einzelnen Parteibüros samt ihrer Leiter und viele andere Hinweise machen das dicke Buch zu einem nationalsozialistisch kontaminierten Quellenwerk. Zugleich finden wir in dieser Ausgabe aber auch die Namen aller Juden, die bis dahin noch nicht emigriert waren – leicht zu erkennen an ihren Zwangsnamen „Israel“ – wenn Frauen den Haushaltsvorstand bildeten, an ihrem zusätzlichen Namen „Sara“. Schon in der nächsten Ausgabe fehlen sie: von Oktober 1941 bis Juli 1942 wurden die verblieben Juden aus Wuppertal mit vier Massentransporten in ein Ghetto verbracht, und nur die Wenigsten von ihnen überlebten.

 

Dr. Ulrike Schrader ist Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal.

 

Eintritt: 3,00 €