Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage

Fotografie: Regina Schmeken

Zoom-Vortrag von Dr. Ronen Steinke, Berlin

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In einer Sommernacht im Jahr 2014 flogen Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal. Die Angreifer wurden kurz darauf gefasst, es waren drei junge Männer palästinensischer Herkunft. Als sie aber in Wuppertal vor Gericht kamen, zeigte der Richter Verständnis: Es gebe "keine Anhaltspunkte" für Judenfeindlichkeit. Die Brandstifter wollten, so heißt es im Urteil, lediglich "durch ihre Tat die Aufmerksamkeit auf den israelisch-palästinensischen Konflikt zur Tatzeit lenken". So gab es mildeste Strafen, größtenteils zur Bewährung.

Dieser Wuppertaler Fall ist in Steinkes neuem Buch der Ausgangspunkt, um ein brisantes Problem zu beleuchten: Viel zu oft lässt der Rechtsstaat Jüdinnen und Juden allein mit der Bedrohung. Viel zu oft zeigt unser Rechtsstaat ein Desinteresse, das beschämt.

 

Der jüdische Autor Ronen Steinke recherchiert seit vielen Jahren zum Thema Extremismus. Der Jurist und Journalist der Süddeutschen Zeitung ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Sein neues Buch dokumentiert das Ausmaß antisemitischer Anschläge in Deutschland in seiner Gesamtheit. Alle seit 1945 betroffenen Orte – viele von ihnen in Nordrhein-Westfalen – sind in einer Deutschlandkarte eingezeichnet.

 

Anmeldungen an: hartung@alte-synagoge-wuppertal.de