Eine Ausstellung des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW in der Stadtsparkasse Wuppertal

Teilnahme an der Ausstellungseröffnung ist nur mit Einladungskarte als Eintrittskarte möglich!

 

Öffnungszeiten danach:

Mo, Mi und Fr: 8.45-16.00 Uhr

Di und Do: 8.45 - 19.00 Uhr

 

Am 26. Oktober 1941 mussten sich 200 jüdische Bürger der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid auf dem Bahnhof Wuppertal-Steinbeck einfinden, von wo sie mit Personenzügen nach Düsseldorf auf das Schlachthofgelände gebracht wurden. Am nächsten Morgen wurden sie mit insgesamt über 1000 Menschen aus dem gesamten Regierungsbezirk in das „Ghetto Litzmannstadt“ (Łódź) verschleppt. Mit diesem Transport vom Oktober 1941 begannen die systematischen Deportationen jüdischer Bürgerinnen und Bürger. Die meisten kehrten nie zurück, sondern wurden in Vernichtungs-lagern ermordet oder starben im Ghetto an den Arbeits- und Lebensbedingungen. Von den Wuppertalern überlebte niemand.

Die Wanderausstellung, die im Auftrag des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V. von Hildegard Jakobs M.A. (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) und Dr. Karola Fings (NS-Dokumentationszentrum Köln) erarbeitet wurde, zeichnet den Weg der Deportierten von der Heimat bis in das Ghetto und in den Tod nach.

Schwerpunkt der Ausstellung sind die Biografien der deportierten Juden. Fotografien und Dokumente machen ihre Lebensbedingungen wird über die Schicksale dieser Menschen informiert. Mit Hilfe von Fotografien der Personen erhält der Holocaust ein Gesicht, aus unpersönlichen Zahlen und Statistiken werden wieder die Menschen von Nebenan, denn der Holocaust begann hier in unseren Städten und Gemeinden. Somit ist die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit diesem schweren und schwierigen Thema des Genozids an den Juden. Der Besucher erfährt, wer die Deportierten waren und wie ihr Leben unter den Nationalsozialisten bis zur ihrer Deportation aussah. Anschließend wird die Art und Weise der euphemistisch „Evakuierung“ genannten Verbringung ins Getto Lodz und ihre Ankunft dort beleuchtet. Die Ausstellung informiert über das Leben und die Lebensbedingungen im Ghetto. Wie waren die Menschen dort untergebracht? Wie war das Zusammenleben organisiert? Wie sah die Verpflegungslage aus? Wie war das Zusammenleben mit polnischen Juden? Welche Hoffnungen hatten die Menschen dort? Abschließend informiert die Ausstellung über den Tod im Getto, die Ermordung in den Vernichtungslagern Kulmhof und Auschwitz und die Auflösung des Ghettos. Nur 36 der 3.000 Menschen, die im Oktober 1941 das Rheinland verlassen mussten, erlebten die Befreiung und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch ihr Schicksal ist Gegenstand der Darstellung.

Zur Ausstellung, die bis zum 2. Dezember 2015 während der Öffnungszeiten der Stadtsparkasse zu sehen ist, wird es ein umfangreiches Begleitprogramm, u.a. mit Zeitzeugen in den Schulen, geben. Nähere Informationen unter Tel. 0202-563.2843 und demnächst auf dieser Website. Buchungen für Führung unter derselben Nummer.

Ein Projekt der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal mit dem Katholischen Bildungswerk Solingen-Remscheid-Wuppertal und mit großer Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal