Antisemtische Gewalt und Staatsversagen - Vortrag von Dr. Ronen Steinke, Süddeutsche Zeitung München, gehalten am 3.11.2020 in der Evangelischen CityKirche Elberfeld. Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal und mit freundlicher Unterstützung der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Antisemtische Gewalt und Staatsversagen

 

Vortrag von Dr. Ronen Steinke, Süddeutsche Zeitung München, gehalten am 3.11.2020 als Zoom-Vortrag.
Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal und mit freundlicher Unterstützung der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

 

In einer Sommernacht im Jahr 2014 flogen Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal. Die Angreifer wurden kurz darauf gefasst, es waren drei junge Männer palästinensischer Her-kunft. Als sie aber in Wuppertal vor Gericht kamen, zeigte der Richter Verständnis: Es ge-be »keine Anhaltspunkte« für Judenfeindlichkeit. Die Brandstifter wollten, so heißt es im Urteil, lediglich »durch ihre Tat die Aufmerksamkeit auf den israelisch-palästinensischen Kon-flikt zur Tatzeit lenken«. So gab es mildeste Strafen, größtenteils zur Bewährung.
Dieser Wuppertaler Fall ist in Steinkes neuem Buch der Ausgangspunkt, um ein brisan-tes Problem zu beleuchten: Viel zu oft lässt der Rechtsstaat Jüdinnen und Juden allein mit der Bedrohung. Viel zu oft zeigt unser Rechtsstaat ein Desinteresse, das beschämt.

 

Der jüdische Autor Ronen Steinke recherchiert seit vielen Jahren zum Thema Extremismus. Der Jurist und Journalist der Süddeutschen Zeitung ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Sein neues Buch dokumentiert das Aus-maß antisemitischer Anschläge in Deutschland in seiner Gesamtheit. Alle seit 1945 betroffenen Orte – viele von ihnen in Nordrhein-Westfalen – sind in einer Deutschland-karte eingezeichnet.