Themenschwerpunkt: 80 Jahre Novemberpogrome

Die Synagoge Elberfeld an der Genügsamkeitstraße, 1865-1938 (Stadtarchiv Wuppertal)

Vor 80 Jahren brannten im damaligen Deutschen Reich über tausend Synagogen. Fanatische Nationalsozialisten brachen in Geschäfte jüdischer Inhaber ein und plünderten die Warenbestände. Jüdische Familien wurden in ihren Wohnungen überfallen, gedemütigt und misshandelt, Mobiliar demoliert und gestohlen. Die Polizei verhaftete jüdische Männer zu Hunderten und setzte sie fest, bevor man sie in Konzentrationslager verschleppte. Mit dieser als "Vergeltungsaktion" inszenierten Gewalt spitzte sich die Lage der Juden in Deutschland drastisch zu.

Die verhafteten Juden waren die Geiseln, mit denen man ihre Frauen zwang, die Ausreise so schnell wie möglich zu organisieren, die Wohnung zu kündigen und, wenn überhaupt noch vorhanden, das Geschäft aufzugeben. Erst wenn sie gültige Ausreisepapiere vorweisen konnten, kamen ihre Männer wieder frei. Den Kindern wurde eine Woche nach den Pogromen, am 15. November, der Besuch öffentlicher Schulen verboten. Die Eltern gerieten in Panik, weil offensichtlich wurde, dass es für ihre Kinder keine Zukunft in Deutschland geben würde. Die Ansage war eindeutig: Die Juden sollten Deutschland verlassen. Verschreckt und verzweifelt suchten die Menschen nach Möglichkeiten, in das rettende Ausland auszuwandern. 

Auch in Wuppertal brannten in der Nacht zum 10. November 1938 die beiden großen Synagogen, an der Genügsamkeitstraße in Elberfeld und an der Scheurenstraße (heute: Zur Scheuren) in Barmen. Die kleinen Betsäle in der Luisenstraße wurden demoliert, die Friedhofskapellen angezündet und geplündert. Rund 100 Männer verhaftete die Polizei und verschleppte sie in das Konzentrationslager Dachau – der jüngste war 16 Jahre alt.

 

Die Begegnungsstätte plant eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zu diesem Anlass, die am 28. Oktober beginnt und mit der städtischen Gedenkveranstaltung am 11. November 2018 zu Ende geht. Anfang Oktober wird ein Extra-Programmheft dazu erscheinen, das wir Ihnen auf Wunsch auch gern zusenden (bitte Adresse angeben.)

Veranstalter:

Begegnungsstätte Alte Synagoge in Kooperation mit der Stadt Wuppertal, dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, dem Konzertchor der Volksbühne Wuppertal, der Evangelischen Citykirche Elberfeld, der Friedhofskirche Wuppertal, der Stadt Velbert

 

Förderer:

Dr. Werner Jackstädt-Stiftung

Johannes-Rau-Stiftung

Bürgerbudget der Stadt Wuppertal

Landeszentrale für Politische Bildung

Förderverein Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V.

Freundeskreis Neue Synagoge Wuppertal e.V.