Wie die Protestantin sich für Juden einsetzte, als ihre Kirche schwieg

Vortrag von Pfarrerin Sibylle Biermann-Rau,

Tübingen-Reutlingen

Moderation: Susanne Kapp, Wuppertal

Die allermeisten Mitlieder der Bekennenden Kirche fanden keine solidarischen Worte für die von den Nationalsozialisten verfolgten Juden, und vermutlich dachten sie noch nicht einmal daran. Antisemitismus war auch in diesen Kreisen breiter Konsens. Als eine der ganz wenigen aber erhob schon im Jahr 1935 die Lehrerin Elisabeth Schmitz (1893-1977) in einer "Denkschrift" ihre Stimme und protestierte gegen die Diskriminierung – nicht nur die der Juden, sondern auch gegen die Abberufung unliebsamer Kolleginnen und Kollegen. Damit war Elisabeth Schmitz eine der wenigen, die schon früh ihre Ablehnung des Nationalsozialismus zu Ausdruck brachte und sich, unter hohem Risiko, öffentlich äußerte. Dass ausgerechnet eine Frau und nicht ein Pfarrer oder Professor diesen Mut besessen hatte, blieb in kirchlichen Kreisen bis in die jüngste Zeit kollektiv beschwiegen. Erst seit 2005 wird Elisabeth Schmitz  öffentlich geehrt und ihr Wirken gewürdigt. Die Pfarrerin Sibylle Biermann-Rau hat im Jahr2017 ein Buch über diese besondere Frau veröffentlicht. Elisabeth Schmitz. Wie sich die Protestantin für Juden einsetzte, als ihre Kirche schwieg, Hamburg 2017

Eintritt 3 Euro