Ostjuden im Rheinland und im Bergischen Land

Vortrag von Dr. Ursula Reuter, Köln

Fast alle Juden waren einmal „Westjuden“, ehe sie nach Polen und Rußland kamen. Und alle Juden waren einmal „Ostjuden“ ehe ein Teil von ihnen westjüdisch wurde. Und die Hälfte aller Juden, die heute verächtlich oder geringschätzig  vom Osten sprechen, hatte Großväter, die aus Tarnopol kamen. Und selbst, wenn ihre Großväter nicht aus Tarnopol kamen, so ist es nur ein Zufall, daß ihre Ahnen nicht nach Tarnopol hatten fliehen müssen. –

So beschrieb der Journalist Joseph Roth schon 1927 den ständigen Vertreibungsdruck, dem die Juden in ihrer Geschichte hatten weichen müssen, und so warb er um Toleranz zwischen den jüdischen Milieus, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Die Frage, wie sich diese jüdische Migration in unserer Region niedergeschlagen hat, ist das Thema dieses Abends.

Dr. Ursula Reuter ist Historikerin und Judaistin. Sie hat in Heidelberg, New York und Köln studiert und über den deutsch-jüdischen Sozialdemokraten Paul Singer (1844-1911) promoviert. 2013-18 war sie wissenschaftliche Geschäftsführerin des S.L. Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Sie engagiert sich seit vielen Jahren im Lern-  und Gedenkort Jawne und ist Direktorin der Bibliothek „Germania Judaica“ in Köln.

 

Eintritt: 3 €