Impulse aus christlicher und jüdischer Sicht für eine lebensdienliche Auslegung der Bibel

Vortrag von Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler, Universität Regensburg

Die Bibel gibt es nicht. Ein Text, auch der Bibeltext, ist nicht eindeutig, sondern ein durch Interpretation »zu vollendendes Werk« (Umberto Eco). Der biblische Text muss ausgelegt werden, um Sinn zu stiften. Es ist also kritisch und selbstkritisch nach den Prinzipien und Bedingungen der Auslegung zu fragen. 

Vieles beeinflusst die Auslegung: etwa die Interpretationsgemeinschaft, zu der der Ausleger gehört. Entsprechend können zum Beispiel jüdische und christliche Auslegungen derselben biblischen Texte unterschiedlich sein. Aber auch Kulturen beeinflussen die Lesart der Bibel, so dass man sagen kann: Es gibt die Bibel nicht ohne die Kultur(en), in der sie gelebt und ausgelegt wird. Bibel und Kultur hängen untrennbar zusammen. »In der Auslegung der Heiligen Schrift», so 2001 die Vatikanische Bibelkommission, »können die Christen viel von der jüdischen Exegese lernen.« Wichtig für eine lebensdienliche Auslegung der Bibel sind Grenzüberschreitungen zu anderen Interpretationsgemeinschaften hin.

Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler fragt in seinem Impuls nach den Prinzipien und Bedingungen der Auslegung der Heiligen Schrift und zeigt anhand konkreter Beispiel, wie spannend die Bibel wird, wenn man sie als »Offenes Werk«, d.h. als zu vollendendes Werk versteht.

 

Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler ist Priester des Bistums Trier und war von 2000 bis 2017 Professor für Pastoraltheologie und Predigtlehre an den Universitäten Bamberg und Regensburg. Seit 2006 lehrt er als Dozent am Abraham Geiger Kolleg (Berlin) und am Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Bibelexergese.

 

Eine Veranstaltung des Katholischen Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Eintritt: 5,00 Euro