Darstellungen in Kirchen im 19. und 20. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Marie-Theres Wacker, Universität Münster 

Die Darstellung des Gegensatzes von Judentum und Christentum in den Figuren von Ecclesia und Synagoga entstand im frühen Mittelalter und war damals in ganz Westeuropa verbreitet. Sie entsprach der kirchlichen Sicht auf das Judentum als einer defizitären, falschen Religion. Dass die Darstellung von Ecclesia und Synagoga auch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert weiter an und in Kirchen erscheint, wird gern mit dem historistischen Kirchenbau erklärt, der in seinen Formen und Motiven auf das Mittelalter zurückgriff. Reicht diese Erklärung aber aus? Muss nicht auch gefragt werden, ob das Motiv nicht allzu gut zur kirchlichen Judenfeindschaft und zum gesellschaftlichen Antisemitismus jener Zeit passt? An ausgewählten Beispielen wird Prof. Dr. Marie-Theres Wacker in ihrem Vortrag diesen Fragen nachgehen.

 

Prof. Dr. Marie-Theres Wackerist Seniorprofessorin für Altes Testament und Theologische Frauen- und Geschlechterforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Neben und verbunden mit Themen der feministischen Theologie interessiert sie sich für Fragestellungen im christlich-jüdischen Gespräch und im interreligiösen Dialog zwischen Christentum, Judentum und Islam. In den letzten Jahren hat sie sich besonders dafür engagiert, antijüdische Bildwerke an und in Kirchen aufzudecken und kritisch zu bearbeiten.

 

Eine Veranstaltung des Katholischen Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Begegnungsstätte Alte Synagoge

 

Eintritt: 5,00 Euro