Der Pogrom gegen die Wuppertaler Juden im November 1938

Buchvorstellung mit Dr. Ulrike Schrader und Christine Hartung, Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Es liest: Julia Wolff

Was von der Synagoge in Wuppertal-Elberfeld nach dem Pogrom übrigblieb, ist heute die Ruine im Garten der Begegnungsstätte Alte Synagoge. Sie ist das Herzstück der Gedenkstätte und ist damit eigentliche Auftraggeberin: Zu erzählen, was im November 1938 an dieser Stelle und an den anderen „jüdischen Orten“ in Wuppertal geschehen ist. Das geschieht auch seit nun bald 25 Jahren, aber erst jetzt erscheint auch ein Buch über dieses Verbrechen, in dem fanatischer Judenhass, „Radau-Antisemitismus“ und krasse Gewalt mit Weltanschauung und organisierter Judenpolitik zusammentreffen. Unter den bisher in Wuppertal verbliebenden jüdischen Familien brach nun Panik aus: Vor allem die Kinder, denen der Besuch öffentlicher Schulen eine Woche später verboten wurde, mussten nun schnell ins sichere Ausland gebracht werden. Aber auch die verhafteten Männer kamen erst wieder aus dem Konzentrationslager Dachau frei, wenn die Ehefrauen beweisen konnten, dass die Ausreise organisiert war. 1939 wohnten nur noch rund 1000 Juden und Jüdinnen in Wuppertal (1925 waren es noch 3000). Ab mehr als 700 gelang die Flucht nicht mehr. Sie wurden in den Jahren 1941 und 1943 mit vier großen Transporten in Ghettos und später in Vernichtungslager deportiert.