Erinnerungskultur zwischen Generationenwechsel, Rechtspopulismus und neuem Antisemitis-mus

Vortrag von Dr. Ulrike Schrader, Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

„Erinnern für die Zukunft“, „Aus der Geschichte lernen“, „Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“, „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“, „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“ – solche und weitere Sätze und Zitate sind hinlänglich bekannt, u.a. aus den Reden von PolitikerInnen, die sich zu einem Thema äußern müssen, das sich offensichtlich nicht von selbst versteht. Aber muss eigens gerechtfertigt werden, warum man sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus befassen muss und sich darin auch – wenigstens ein bisschen – auskennen sollte? Der Vortrag versucht, abseits von moralisierender Begründung, Schuldkomplex und Erlösungssehnsucht Möglichkeiten und Sinn historischen Lernens und Verstehens im Rahmen einer Menschen(rechts)bildung zu beschreiben. 

Ulrike Schrader (*1960), Dr. phil., Ausbildung zur Buchhändlerin, Studium der Literaturwissenschaft und evangelischen Theologie, leitet seit 1994 die Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal, Autorin zahlreicher Publikationen zur Wuppertaler jüdischen Geschichte und zur Museums- und Gedenkstättenarbeit.