Konzert mit synagogaler Musik und Lesungen Es spricht: Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal

Die Synagoge Barmen an der Scheurenstraße (heute Zur Scheuren), 1897-1938 (Stadtarchiv Wuppertal)

Zur Erinnerung an die so genannte "Reichskristallnacht" und ihrer Opfer lädt die Stadt Wuppertal zu einem ungewöhnlichen Konzert mit Kompositionen synagogaler Musik des Elberfelder Oberkantors Hermann Zivi (1867-1943), von Louis Lewandowski, Salomon Sulzer und Max Bruch sowie mit Lesungen von Texten.

Musikalisch orientieren sich diese Werke am Geschmack ihrer Zeit. Sie sind geprägt von den Einflüssen evangelischer Kirchenmusik vor allem Mendelssohns, Ausdruck und Aufführung von den Vorlieben eines bürgerlichen Publikums: Die Musik und ihre Darbietung hatte prächtig und großartig zu sein, wohlklingend und selbstbewusst. 

Dazu gehörte auch eine nahezu grenzenlose Vaterlandsliebe und tiefe Dankbarkeit gegenüber Deutschland und seinen Herrschern. Den Weltkrieg begrüßten die deutschen Juden als Chance, ihre Gleichberechtigung auch als Soldaten zu beweisen. Vor diesem Hintergrund ist nachzuvollziehen, dass Hermann Zivi es als Ehre empfinden musste, mit der Komposition der „Fest-Hymne“ zum Jubiläum der Stadt Elberfeld beauftragt zu werden. Vor dem Hintergrund der Katastrophe wenige Jahrzehnte später ist es das Dokument eines tragischen Irrtums, der unendlich traurig machen muss.

 

Die Ausführenden sind:

Konzertchor der Volksbühne | Andreas Elias Post, Bariton | Jakob Schatz, Violine| Stefan Starnberger, Orgel-Begleitung| Thorsten A. Pech, Leitung u. Orgel| Philipp Schepmann, Lesungen

Das Konzert ist eine Veranstaltung der Stadt Wuppertal in Kooperation mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, dem Konzertchor der Volksbühne Wuppertal und der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld - Nord, Bezirk Friedhofskirche

 

Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten