Die Deportationen in den Distrikt Lublin im Frühjahr 1942

Bahnhof Izbica (Sammlung Steffen Hänschen)

Vortrag von Dr. Steffen Hänschen, Berlin

Eintritt: 3,00 €

Die Deportation von über 60 Jüdinnen und Juden aus Wuppertal und den Bergischen Nachbarstädten am 21. April 1942 führte in das kleine Städtchen Izbica bei Lublin im Osten Polens. Dieser Transport gehörte zur so genannten „Aktion Reinhardt“, ein nationalsozialistisches Mordprogramm, dem im Laufe von nur anderthalb Jahren fast 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Bis Juni 1942 wurden die Deportierten jedoch nicht sofort in den Mordlagern Bełżec, Sobibór und Treblinka getötet, sondern auf sogenannte Transitghettos verteilt. Die Bedingungen, mit denen die Deportierten dort konfrontiert wurden, waren katastrophal. Viele starben an Unterernährung, den ungenügenden hygienischen Zuständen oder nach Repressalien. Das größte Transitghetto befand sich in Izbica. In den Ort wurden fast 20.000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern verschleppt. Im Herbst 1942, ein halbes Jahr nach den ersten Deportationen, waren sämtliche Bewohner ermordet. Auch von dem Tarnsport aus Wuppertal überlebte niemand.

Zur Person des Referenten Dr. Steffen Hänschen:

Möglich wurde die Veröffentlichung des gleichnamigen Buches (Berlin: Metropol 2018) durch das jahrelange Engagement des Autors im Rahmen seiner Tätigkeit im Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. in der Lubliner Region und in Izbica, durch die Kontakte zu jüdischen Überlebenden wie zur örtlichen Schule.

 

Bei Rückfragen: Dr. Ulrike Schrader, Tel. 0202-563.2843 |info@alte-synagoge-wuppertal.de