Sonntagsführung in der Dauerausstellung der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Antonie Römer (Sammlung Begegnungsstätte Alte Synagoge)

Leitung: Dr. Ulrike Schrader

Im Mai 1944 wurde die Wuppertalerin Antonie Römer aus dem Ghetto Theresienstadt entlassen – als eine von nur drei Häftlingen unter insgesamt rund 40.000. Ihrem Sohn Alfred war es gemeinsam mit einem Polizeibeamten gelungen, die Identität von Frau Römer so zu fälschen, dass sich die NS-Fühurng gewzungen sah, seine Mutter zu entlassen – eine Sensation!

Doch Antonie Römer wog nur noch 33 Kilo – viele Monate verbrachte sie im St. Joseph-Krankenhaus, bis sie wieder gesund und bei Kräften war. An ihre Zeit im Ghetto erinnerte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1973 ein kleiner Zettel mit einem Gedicht, das ihr eine Mitgefangene, die Berliner Jüdin Hedwig Harrwitz, mit Datum vom 3. Oktober 1943 geschrieben hatte:

Hedwig Harrwitz wurde einen Tag vor Antonie Römers Entlassung nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Frau Römer, man weiß es genau, ist eine tüchtige, praktische Frau,

die tätigste wohl, die es hier gibt, drum ist sie allgemein beliebt.

Das Schönste ist, dass jederzeit sie gern zum Helfen ist bereit,

zur Hilfe steht mit Rat und Tat, sie ist der beste Kamerad!

Frau Römer lässt zu keiner Zeit je einen in Verlegenheit.

Was immer auch dem Freund geschah, sie ist zur Stelle, sie ist da,

und wendet sicher seine Not, denn praktisch ist sie! Sapperlot!

So mög` für sie in Angst und Pein auch Freundschaft stets zu finden sein,

die ihr zur Seite steht und nützt und sie vor Ungemach beschützt,

daß Glück sie finde immerdar, von Herzen wünsche ich`s fürwahr!

 

Eintritt frei

Die Begegnungsstätte ist bereits ab 14 Uhr geöffnet, so dass auch schon vorher Zeit zur Besichtigung ist.