Vortrag von Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Bergische Universität Wuppertal

Der Vortrag widmet sich der Frage, welche Konsequenzen die deutsche Herrschaft für die einheimische, jüdische wie nichtjüdische Bevölkerung der Sowjetunion hatte. In besonderer Weise werden dabei Aspekte beleuchtet, die bisher weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit gestanden haben, vor allem: Was bedeutete Besatzung für das Alltagsleben? An ausgewählten Beispielen aus dem Kontext der Versorgung, der Arbeit, aber auch der alltäglichen Gewalt wird der Vortrag zeigen, dass „Vorkriegsnormalitäten“ sich tiefgreifend veränderte. – In ihren Ausführungen wird die Referentin auch auf die Befunde des von ihr geleiteten Forschungs- und Editionsprojekt „Societies under German Occupation. Experiences and Everyday Life in World War II“ eingehen.

 

Tatjana Tönsmeyer ist seit 2011 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal. Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Geschichte des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der europäischen Besatzungsgesellschaften. Sie ist Leiterin des internationalen Netzwerks „Besatzungsgesellschaften“ und eine der Herausgeber*innen der Quellenedition „Fighting Hunger, Dealing with Shoortage. Everyday Life under German Occupation in World War II Europe”, die im Herbst 2021 erscheinen wird. Sie ist Mitglied in verschiedenen Beiräten, darunter der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, des Deutschen Historischen Instituts Warschau sowie der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Errichtung einer Dokumentations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte zur deutschen Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs.

Die Einwahldaten bitte unter info@alte-synagoge-wuppertal.de anfordern; sie werden Ihnen am Nachmittag des jeweiligen Vortragstags zugeschickt.