Lesung aus den Gerichtsreportagen der Berliner Journalistin Gabriele Tergit

Lesung: Julia Wolff, Moderation: Dr. Ulrike Schrader

Musik: Die WeimerSisters (Theresia Hoang und Katharina Weimer), Gitarren

 

Ihr Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ machte die Berliner Journalistin Gabriele Tergit (1894-1982) im Jahr 1931 mit einem Schlag berühmt, doch bekannt war sie schon durch ihre Gerichtsreportagen, die u.a. das Berliner Tageblatt und der Börsen-Courier der 1920er Jahre bei ihr in Auftrag gaben. Das sind kritische und treffende, lakonische und ironische Stories, die bei allem Witz der Sprache in großer Klarsicht und ohne Larmoyanz das Elend der Großstadtmilieus skizzieren –ohne mit einer Parteinahme hinter dem Berg zu halten. Mit ihrem kritischen Blick auf den Zuwachs der politischen rechten stand sie bei der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten unverzüglich auf deren Gegnerliste und musst emigrieren, um sich zu retten. Über mehrere Jahrzehnte arbeitete sie als Sekretärin des „Pen-Clubs deutschsprachiger Autoren im Ausland“ und starb 88-jähhrig in ihrem Haus in London.

Mit der Neuedition ihres großen Romans „Effingers“ (1951) im Jahr 2019, den „jüdischen Buddenbrooks“, erlebt die Autorin zurzeit eine erstaunliche, aber verständliche Renaissance beim deutschen Lesepublikum.

Eine Kooperation des Landgerichts Wuppertal mit der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Informationen und Anmeldung: Veranstaltungen@lg-wuppertal-nrw.de

Eintritt frei