Abschied und Neuanfang

Am 1. September 2026 übernimmt die Historikerin und Kunsthistorikerin Judith Brinkmann-Michalzcyk die Leitung der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal.

Unter 28 Bewerberinnen und Bewerbern wählte die Mitgliederversammlung des Trägervereins Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal e.V. nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren am 20. April 2026 die 35-Jährige zur Nachfolgerin von Dr. Ulrike Schrader, die sich nach über 32 Jahren zum 1. Dezember in den Ruhestand verabschiedet.

Der besondere Anreiz, sich auf diese Stelle zu bewerben, bestand für Judith Brinkmann-Michalzcyk im besonderen Profil der Begegnungsstätte, wie sie auf einer Pressekonferenz Anfang Juni darlegte. Im Frühjahr 1994 eröffnet, bestand das architektonisch ambitionierte, auf den Fundamenten der im November 1938 zerstörten Elberfelder Synagoge errichtete Haus aus einem Kubus, der durch Sonderausstellungen, Vorträge und pädagogische Projekte mit Leben gefüllt wurde. Sammlung, Forschung und Vermittlung bestimmten die ersten Jahre der Gedenkstättenarbeit, bis vor 15 Jahren, im April 2011, eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte im Wuppertal eröffnet werden konnte. Judith Brinkmann-Michalzcyk begrüßt das Konzept der Ausstellung ausdrücklich: die viele hundert Jahre alte jüdische Geschichte im historischen Längsschnitt zu zeigen und sich dabei nicht auf die nationalsozialistischen Verfolgungsjahre zu beschränken, die jüdische Perspektive einzunehmen, und die Vielfalt und Dynamik der jüdischen Geschichte und Gegenwart anschaulich zu machen.

Dr. Ulrike Schrader freute sich sichtlich über diese Anerkennung, bestärkte ihre Nachfolgerin aber zugleich darin, neugierig zu bleiben, andere Wege auszuprobieren und Neues zu wagen.

Dr. Ulrike Schrader und ihre Nachfolgerin Judith Brinkmann-Michalzcyk (Foto: Christoph Schönbach)