Brandanschlag auf Bergische Synagoge

Seit dem genozidalen Massaker, das die Hamas am 7.10.2023 im Süden Israels verübte und bei dem über 1.200 Menschen auf brutalste Weise ihre Leben verloren haben, zeigen sich Antisemitismus und Judenhass auch auf unseren Straßen immer offenkundiger und unverschämter.

Ich persönlich bin der jüdischen Kultusgemeinde schon seit langer Zeit verbunden – als Theologe und als Mensch. Erst vor wenigen Tagen hat die Jüdische Kultusgemeinde das Neujahrsfest Rosch ha-Schana gefeiert, in wenigen Tagen beginnt Jom Kippur. Feiertage sind wohl eine Art Triggerpunkt. Manche Menschen ertragen es offenbar nicht, dass es jüdische Menschen gibt. Es sei gut, dass die Polizei so schnell einschreiten konnte, aber es ist skandalös, dass das passieren konnte. Als Träger der goldenen Menorah, als Vorsitzender des Trägervereins der Begegnungsstätte Alte Synagoge, als Vorstandsmitglied des Freundeskreises Neue Synagoge und als Mitinitiator des Wuppertaler Bündnisses gegen Antisemitismus verurteile ich diesen erneuten Anschlag auf die Synagoge. Dabei darf es allerdings nicht bleiben. Wir müssen gegen jede Art von Judenhass und Antisemitismus Widerstand leisten. Die Frage nach dem „Warum“ braucht eine Antwort! Die Häufung von antisemitischen Anschläge, zu denen auch der neuerliche Anschlag in Wuppertal gehört, zeigt, dass es eben nicht nur Einzelfälle sind. Die antisemitistische Bedrohung kommt nicht mehr nur von rechts, sondern auch linksextremistischer und auch von islamischer Seite. Sie ist damit auch gesellschaftlich relevant. Wer die Demokratie schützen will, kann angesichts des Anschlags auf die Wuppertaler Synagoge nicht still bleiben.

Dr. Werner Kleine